Rankingfaktoren Google 2019

Immer wieder werden wir gefragt, welches denn nun die Rankingfaktoren sind, die Google für die Relevanzbewertung einer Seite heran zieht.

Offiziell gibt es über 200 Rankingfaktoren. Welche das genau sind, möchte Google nicht vollständig offen legen – Geschäftsgeheimnis. Darf man aber den Aussagen von Matt Cutts glauben, existieren für jeden Rankingfaktor bei Google gut 50 Variationen. Macht insgesamt 10.000 einzelne Punkte, anhand derer Google die Relevanz einer Seite bewertet.

Alle sind mittlerweile um Rankbrain herum gebaut – dem Algorithmus, einer KI (Künstliche Intelligenz), die ständig dazu lernt und zudem auf LSI (Latent semantic indexing) setzt. Google versteht damit nicht nur semantische Zusammenhänge (so wird die Suchanfrage „Frauenschuhe“ und „Schuhe für Frauen“ annähernd die gleichen Ergbnisse in den SERPs auflisten), sondern kann auch die Suchintention der Anfrage heraus finden.

Laut Google gibt es vier wichtige Moment („Game Changing Moments„):

  • „Ich möchte wissen“-Momente
    Wenn jemand etwas neues Entdecken oder sich informieren möchte, aber nicht unbedingt eine Kaufabsicht hat.
  • „Ich möchte lokal finden“-Momente
    Wenn jemand nach einem lokalen Geschäft sucht oder ein bestimmtes Produkt lokal kaufen möchte.
  • „Ich möchte machen“-Momente
    Wenn jemand eine Aufgabe lösen oder etwas neues ausprobieren möchte.
  • „Ich möchte kaufen“-Momente
    Wenn jemand kaufbereit ist und Hilfe bei der Auswahl des richtigen Produktes oder Anbieters benötigt.

Vorbemerkung I: Wie oben erwähnt, gibt es keine offizielle Liste von Google, in der alle Rankingsfaktoren formuliert sind. Die folgende Liste beinhaltet deshalb belegte Fakten, Erfahrungswerte und teilweise Spekulationen.

Vorbemerkung II: Die Optimierung eines einzelnen Rankingfaktors auf einer Website führt nicht zwangsweise zu verbesserten Rankings – Suchmaschinenoptimierung ist eine ganzheitliche Aufgabe, die strategisch verfolgt werden sollte.

Content

Content-Qualität

Leider wird es für Content-Ersteller immer schwieriger, die Qualität von Inhalten zu bewerten – und für Maschinen natürlich noch umso mehr. Deshalb unterliegt dieser Punkt auch ständiger Änderungen. Der Unterschied zwischen hilfreichem Inhalt und hochwertigen Inhalt sind hier fließend – aber für Google sehr wichtig. Nur, weil ein Text sehr lang ist, muss er für den Nutzer nicht unbedingt hilfreich sein – er kann schnell überfordern.

John Müller von Google bringt es auf den Punkt: „Großartige Inhalte“ sei die Antwort:

john Müller (google) zu Rankingfaktoren - Screenshot Twitter

Content-Länge

Dennoch gilt: Der Trend geht hin zur umfassenden Behandlung eines Themas. SEOs haben dafür sogar einen neuen Begriff geschaffen: holistischer Content. Holistisch heißt in diesem Fall „umfassend“ und soll beschreiben, dass ein Thema in der Breite behandelt wird und für den Nutzer einen hohen Wert hat. (Studie zur Content-Länge)

Duplicate Content

Zu gutem Content gehört, dass er einmalig ist, er sollte also selbst erstellt sein und nicht von anderen Webseiten kopiert werden. Sollten Sie selbst (bzw. Ihre Texte) kopiert werden, gibt es Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.

Wichtig für Webmaster sollte aber auch Duplicate Content auf dem eigenen Server sein. Ist eine Website über http und https erreichbar, wird das von Google als Duplicate Content gewertet. Ähnlich verhält es sich mit der www.-Variante und den abschließenden Slashes („trailing slashes“):

Rankingfaktoren 2019 Google: Tweet von John Müller zu trailing slashes, http, https und www und non-www.
Tweet von John Müller zu trailing slashes, http, https und www und non-www.

Content-Updates

Google unterscheidet zwischen dem Datum, an dem ein Text (zum Beispiel ein Blogbeitrag) veröffentlich wurde  – und wann er zuletzt bearbeitet wurde. Hintergrund ist, dass man davon ausgeht, dass bei vielen Themen neue Erkenntnisse dazu kommen oder altes Wissen revidiert wird. (Studie zur Auswirkung der Ausgabe von Datumsangaben im Frontend)

Multimedia-Content

Dieser Punkt würde auch in den Bereich „User Experience“ passen – denn der Trend geht hin zu Multimedia-Content. Videos, Slideshows, ePaper und interaktive Webseiten sind sehr beliebt bei Nutzern, führen zu höherer Verweildauer auf der Website und damit für positive Signale an Google.

Optimierte Alt- und Title-Tags

Alt-Tags für Bilder helfen Suchmaschinen, die Inhalte besser zu verstehen und entsprechend der Suchintention des Nutzers die passenden Ergebnisse anzuzeigen. Als Webmaster wiederum helfen Sie der Suchmaschine, Ihre Inhalte korrekt zu verstehen, wenn Sie dafür gewissenhaft die Alt- und Title-Tags pflegen. (Video von Matt Cutts zum Thema Alt-Tags)

Schema-Markup

Strukturierte Daten – englisch structured data – sind für Google sogar so wichtig, dass sie eine eigene Abteilung im Developers-Guide erhalten haben.

Einfach formuliert sind Schema-Markups festgelegte Attribute für verschiedene Inhalte, die Maschinen dabei helfen, Inhalte vergleichbar zu machen. So gibt es ein extra Schema für Back – und Kochrezepte. Dieses Schema enthält strukturiert alle Daten zu Koch-/Backzeit, Bewertungen, Vorbereitungszeit, Gesamtzeit, Anzahl der Portionen und sogar für Kalorien – und Nährstoffgehalt der Mahlzeiten.

H-Überschriften

H-Überschriften helfen Menschen und Maschinen, Texte richtig zu verstehen und helfen, große Mengen an Inhalten übersichtlich zu gestalten. Achten Sie darauf, pro Seite nur eine H1-Überschrift zu setzen (diese beinhaltet das Thema, um das es geht). Danach sollten Sie die Überschriften hierarchisch setzen – das heißt H2, H3, H4 und dann H5 bzw. H6, falls notwendig.

Übrigens helfen sinnvolle H-Überschriften vor allem Menschen: Viele Nutzer überfliegen Texte im Netz nur noch, sodass die H-Überschriften die Aufmerksamkeit des Lesers aufrecht erhalten können. (Artikel zur Suchmaschinenoptimierung von Google).

Inhaltsverzeichnis

Ein (klickbares) Inhaltsverzeichnis ist empfehlenswert, wenn Sie viele Überschriften und viel Inhalt haben. Es führt zu mehr Übersicht und hilft Nutzern, schnell die richtige Antwort zu finden – und ist deshalb ein wichtiger Ranking-Faktor (siehe Artikel zu SEO oben).

LSI-Keywords

LSI steht für Latent Semantic Analysis und ist ein mathematisches Verfahren zur Konsolidierung von Inhalten. Es hilft Maschinen, die Hauptkomponenten eines Artikels oder einer Seite zu finden und zu verstehen. LSI ist ein Teil des Google-Algorithmus und hilft beispielsweise, die Suchanfrage „Apple“ korrekt entweder der Frucht oder dem Konzern zuzuordnen.

Grammatik und Rechtschreibung

Google selbst erwähnt, dass eine korrekte Grammatik und Rechtschreibung wichtig ist.

Reading-Level/Flesch-Score

Ob der Reading-Level/Flesh-Score wirklich für den Algorithmus von Google relevant ist, ist umstritten. Die Methode hilft aber in jedem Fall, Texte für Nutzer verständlich zu schreiben – und sollte deshalb nicht außer Acht gelassen werden. Hilfreiche Tools dafür finden sich hier und hier.

User Experience

Mobile Friendly

Nach einer ersten Ankündigung Ende 2016 startete Google Anfang 2018 den globalen Rollout des Mobile-First-Indexes. Das bedeutet, dass Google mehr wert auf die Mobilfähigkeit einer Website legt (responsive Design) und Webseiten höher rankt, die eine mobilfreundliche Version Ihrer Website ausliefern.

AMP

AMP steht für Accelerated Mobile Pages („beschleunigte Mobilseiten“) und beschreibt ein Derivat von HTML, das unter Federführung von Google entwickelt wurde. Ziel ist es, auf Mobilgeräten eine wesentlich abgespecktere Version einer Website zur Verfügung zu stellen, um Datenvolumen zu sparen und die User Experience auf Mobilgeräten zu optimieren.

PageSpeed

Zu einer guten Website-Erfahrung gehört, dass Inhalte schnell geladen und Wartezeiten möglichst kurz gehalten werden. Google selbst stellt ein Tool zur Messung der Ladegeschwindigkeit einer Website zur Verfügung – und liefert dort auch gleich Verbesserungsvorschläge mit.

Optimierte Grafiken und Bilder

In der offiziellen Best Practice für die Optimierung von Bildern finden sich alle notwendigen Schritte, um die Indexierung der Bilder auf der eigenen Website zu optimieren. Wichtige Punkte dafür sind unter anderem:

  • Titel, Beschriftung, Dateinamen und Text
  • Bilder-Sitemap
  • Responsive Bilder
  • Strukturierte Daten
  • Fotos in guter Qualität bereitstellen

Quality Raters

Obwohl von Google nie offiziell bestätigt, nehmen viele SEOs an, dass auch die persönliche Meinung der Quality Raters in das Ranking einer Website mit einfließt – wenn auch nur zu einem kleinen Teil. Die Vermutungen stützen sich hauptsächlich auf ein Patent von Google aus dem Jahr 1999, in dem ein System und eine Methode zur Einbindung redaktioneller Zuarbeit für die Suchergebnisse beschrieben wird. Inwieweit das System wirklich im Einsatz ist, kann weder bestätigt noch widerlegt werden.

Brand und Citation

Citations

Google stellt mit MyBusiness ein sehr mächtiges Tool zur Verwaltung der eigenen (physischen oder nicht-physischen) Standorte zur Verfügung. Die Anwendung hat in den letzten Jahren diverse Updates erhalten – und sollte von Webmastern unbedingt gut gepflegt werden.

Penalties

Die Anwendung von Grey – und Black-Hat-Methoden im SEO hat nahezu immer zur Folge, dass eine Penalty ausgesprochen wird – also eine manuelle Maßnahme durch Google, die sich meist in enormen Verlusten in den Klickzahlen und der Reichweite bemerkbar macht. Wurde eine Penalty ausgesprochen, liegt die höchste Priorität in der Beseitigung der beanstandeten Maßnahmen – denn jegliche Optimierung an anderer Stelle liefe ins Leere. Je nach Ausmaß der Beanstandung und Qualität der Arbeit der SEOs kann das Beseitigen einige Tage bis mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

Private vs. Public Information

Zu jeder Domain kann online nachgeforscht werden, für wen diese Domain registriert wurde. Typischerweise steht hier eine Firma oder eine Privatperson (ggf. als Unternehmer) dahinter.

Es gibt Menschen, die Webseiten betreiben und verschleiern wollen, wer hinter der Domain und dem Angebot steckt. Anbieter solcher Services, so genannten „Whois Privacy Services“ sind von Google nicht gern gesehen (und da Google auch selber Domain-Registrar ist, wird auch ein Privacy Service nicht viel nutzen). Matt Cutts sagt dazu:

“…When I checked the whois on them, they all had “whois privacy protection service” on them. That’s relatively unusual. …Having whois privacy turned on isn’t automatically bad, but once you get several of these factors all together, you’re often talking about a very different type of webmaster than the fellow who just has a single site or so.”

Trust-Signale

Inhalte und Signale, die Vertrauen ausstrahlen, sind für Google wichtig. Das können Kunden-Testimonials, Erwähnungen in Medien, Social Trust Signale oder Mitgliedschaften sein.

Für Google Shopping gibt es sogar eine eigene Zertifizierung – Google Trusted Stores. Die Zertifizierung kann über das Google Merchant Center beantragt werden.

Sicherheit (SSL)

Seit dem Update auf Chrome 68 im Juli 2018 warnt der hauseigene Browser von Google vor Webseiten, die nicht per SSL (https://) verschlüsselt sind. Auch ist Google seit einigen Jahren schon bestrebt, Webmastern den Einsatz von SSL-Zertifikaten schmackhaft zu machen. Es ist also mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass SSL-Zertfikate ein Rankingfaktor sind.

Canonical Tags

Manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass zwei (oder mehr) Seiten einer Website sehr ähnlich aufgebaut sind – ein gutes Beispiel dafür sind Suchergebnisseiten in Onlineshops. Damit die Algorithmen von Google diese Seiten nicht als Duplicate Content werten, gibt es Canonical Tags (Video von Matt Cutts zu Canonical Tags).

Keywords in der Top-Level-Domain

Google wertet Keywords in der Domain für das Ranking aus – auch wenn es kein allzu wichtiger Rankingfaktor ist. Im Gegensatz dazu werden neue Top-Level-Domains (.tld – wie zum Beispiel .de, .agency und .attorney) nicht in das Ranking einer Website einbezogen – ein Wechsel hin zu diesen (oft sehr teuren) Top-Level-Domains lohnt sich also nicht.

Keywords in der Subdomain

Eine charmante Alternative sind Keywords in der Subdomain – solange dies nicht zu Keyword-Stuffing führt. Wenn Sie also bereits die fiktive Domain fliesenleger-berlin.xe besitzen, bringt es Ihnen keinen Vorteil, die Website auf fliesenleger.fliesenleger-berlin.xe laufen zu lassen.

Keywords in den H2 und H3

Finden sich in der H2 und H3 (ähnliche) Keywords oder korrespondierende, semantische Ähnlichkeiten, sollten sich Ranking-Veränderungen einstellen. (Artikel dazu bei seokratie.de).

Buchungszeitraum der Domain

 

Social

Social Signals

Google nutzt die Auswertung von Backlinks aus sozialen Netzwerken als Rankingsignal – bis heute. Allerdings kommt es nicht unbedint auf die Menge der Links aus einem sozialen Netzwerk an, sondern vielmehr kommt es auf die Reputation einer Marke oder eines Autors an. Wie bekannt ist er/sie also (Anzahl Follower / Following Ratio) und wie beliebt sind die geposteten Inhalte (Interaktionsraten).

Links

Backlink-Qualität

Die Qualität der Backlinks ist entscheidend für das Ranking bei Google – Matt Cutts sagte das bereits in 2014. Es gab Google-Intern einen Test, in dem ein Algorithmus genutzt wurde, der die Backlinks zu einer Website ausblendet – und die Ergebnisse wurden schlechter, so Cutts. Man entschied sich deshalb, die Backlink-Qualität als Rankingfaktor beizubehalten.

Interne Links

Die interne Verlinkung ist ein Ranking-Faktor, und tatsächlich auch einer, den Webmaster aktiv kontrollieren können.

PageRank-Skulpting nennt sich die Methode, weniger starken Seiten einer Website Link Juice zu übergeben, indem man von der (sehr starken) Startseite (oder welche Seite auch immer im Projekt stark rankt) einen Link direkt auf eine nachgelagerte Seite setzt. Die nachgelagerte Seite erhält damit einen Teil der SEO-„Kraft“ der verlinkenden Seite und wird im Ranking steigen.

Affiliate-Links

Zu Affiliate-Links ist offiziell nicht sehr viel bekannt, Matt Cutts und Danny Sullivan von Search Engine Land sprechen in diesem kurzen Video über Affiliate-Links. Er empfiehlt, einen NoFollow-Tag auf Affiliate-Links zu setzen, wenn man sich nicht ganz sicher ist – und, und das ist der wichtige Part: Google kennt alle großen Affiliate-Netzwerke und „geht damit intern um“ („We’re handling it on our site“).

Für Betreiber von Affiliate-Seiten gilt (Erfahrungswert unserer Agentur): Behandeln Sie Affiliate-Seiten wie jede andere Website auch – stellen Sie großartige Inhalte bereit, orientieren Sie sich am Nutzen für den Besucher und bringen Sie Ihre Affiliate-Links sinnvoll unter – und so, dass sie nicht stören.

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